Warum der optische Makel im Honigglas eigentlich eine Köstlichkeit ist.

Schaum auf dem Honig verunsichert viele Honiggenießer, weil sie sich fragen, ob der Schaum darauf hinweist, dass der Honig von minderer Qualität oder gar schlecht ist. Deshalb wollen wir im Folgenden erläutern, was es mit dem Honigschaum auf sich hat:

Aus was besteht Honigschaum?

Honigschaum besteht aus vielen winzigen im Honig eingeschlossenen Luftbläschen, die an die Oberfläche steigen und dort eine Schaumschicht bilden.

 

Wie entsteht Honigschaum?

Honigschaum entsteht, wenn bei der Honigverarbeitung Luft in den Honig gelangt - dies kann an mehreren Stellen vorkommen: Nach der Honigernte wird der Honig aus den Waben geschleudert und fließt durch ein Sieb in einen Behälter. Dabei können kleine Luftbläschen in den Honig gelangen. Viele Honigsorten (z.B. Raps) kristallisieren dann innerhalb weniger Tage, d.h. sie werden fest und lassen sich so nicht mehr in Gläser abfüllen. Deshalb erwärmt der Imker den Honig leicht (nicht über 40°C, damit die guten Inhaltsstoffe nicht zerstört werden) und macht ihn somit wieder etwas flüssiger, wobei die im Honig eingeschlossenen winzig kleinen Luftbläschen aufsteigen. Zudem mögen viele Menschen den Honig fein cremig und nicht steinhart und mit scharfen Kristallen auf der Zunge. Um diese cremige Konsistenz zu erreichen, muss der Imker den Honig cremig rühren und auch dabei können kleine Luftbläschen in den Honig gelangen.

 

Wie schmeckt Honigschaum?

Einige Imker sagen: "Das beste am Honig behält der Imker für sich - den Schaum." Denn in den feinen Luftbläschen des Honigschaumes sind viele Aromastoffe eingeschlossen, wodurch der Schaum intensiv und fein schmeckt. Man könnte also sagen, dass die für den Honig typische Aromavielfalt in seinem Schaum konzentriert ist.

 

Warum hat nicht jeder Honig Honigschaum?

Im Allgemeinen gilt Schaum auf dem Honig als „nicht ansehnlich“ und optischer Makel. Deshalb schäumen die meisten Imker den Honig vor dem Abfüllen ab. D.h. sie lassen den Honig eine Weile stehen, bis sich der Schaum an der Oberfläche bildet und entfernen den Schaum dann vor dem Abfüllen.

 

Ist Honig mit Honigschaum schlecht?

Honig ist generell sehr sehr lange haltbar, wenn er kühl steht. Honig mit Schaum ist nicht schlecht und schmeckt auch nicht schlecht. Honig mit zu hohem Wassergehalt kann allerdings gären und bildet dann auch Schaum. Honig der anfängt zu gären, erkannt man jedoch einedeutig am typischen Gär-Geruch. Der hochwertige Honigschaum duftet.

 

Fazit zum Honigschaum

Schaumbildung beim Honig-Verarbeitungsprozess ist ganz normal. Honigschaum ist kein Qualitätsmangel und nichts Schlechtes (wenn er nicht vergoren riecht). Ganz im Gegenteil: Der Honigschaum ist quasi die Essenz des Honigs, welche intensiv und lecker schmeckt, jedoch aus optischen Gründen eher selten ins Glas gelangt.

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